

Dermatoskopiefall
Noduläres amelanotisches Melanom oder Granulama pyogenicum
An der linken Brust eines 37-jährigen Patienten zeigte sich ein rasch wachsender, nicht homogen erythematöser und partiell weißlicher Tumor, exophytisch und fast symmetrisch. Es war kein Trauma vorausgegangen, keine Operation und keine bemerkte Entzündung. Hauttyp II, wenige klinisch und dermatoskopisch unauffällige melanozytäre Nävi am gesamten Integument. Kein Melanom in Eigen- und Familienanamnese.
Dermatoskopisch zeigte sich ein asymmetrischer Tumor: ¾ mit erythematöser Farbe, ¼ fast komplett weißlich. Im erythematösen Teil fand sich ein Zentrum mit zahlreichen Gefäßen, unterschiedlich lumig, jedoch vom Gefäßmuster identisch. Der weißliche Anteil zeigte keine Gefäße. Am unteren Pol fand sich innerhalb des Tumors eine diskrete bräunliche Pigmentierung. Am oberen Pol zeigte sich außerhalb des Tumors ebenfalls, wenn auch unscharf, eine bräunliche Pigmentierung ohne Mustererkennung.
Histologie
Granuloma pyogenicum
Anmerkung
Die klinische und dermatoskopische Verdachtsdiagnose muss zwei Diagnosen beinhalten: das noduläre amelanotische Melanom und das Granuloma pyogenicum. Von der Anamnese, der Klinik und der Dermatoskopie muss das Melanom unbedingt ausgeschlossen werden. Derzeit gibt es keine sichere dermatoskopische Differenzierung zwischen diesen beiden Diagnosen.
Literatur
1. Argenziano G, Zalaudek I, Corona R et al. (2004) Vascular structures in skin tumors: a dermoscopy study. Arch Dermatol 140: 1485-1489
2. Zaballos P, Salsench E, Puig S, Malvehy J (2007) Dermoscopy of pyogenic granulomas. Arch Dermatol 143: 824
3. Menzies SW, Kreusch J, Byth K et al. (2008) Dermoscopic evaluation of amelanotic and hypomelanotic Melanoma. Arch Dermatol 144:1120-1127
Prof. Dr. A. Blum
Seestrasse 3a
78464 Konstanz