

Dermatoskopiefall
Basalzellkarzinom oder Melanommetastase
Am rechten Ohrläppchen einer 72-jährigen Patientin zeigte sich eine rötlich-livide zunehmende harte Schwellung mit gut sichtbaren Gefäßen. 1999 wurde die Patientin hier an einem Melanom mit einer Tumordicke von 2mm operiert. Eine Metastase wurde vor zwei Jahren an dieser Stelle entfernt und anschließend mit insgesamt 60 Gy bestrahlt. Hauttyp II, weniger als 50 kleine, klinisch und dermatoskopisch unauffällige melanozytäre Nävi, seborrhoische Keratosen und Hämangiome am Integument (FotoFinder).
Wird die Dermatoskopie ohne Druck ausgeführt, sieht man die rötlich-livide Verfärbung mit unterschiedlich lumigen Gefäßen. Die Gefäße sind etwas baumartig wie beim Basalzellkarzinom angeordnet. Weitere Strukturen sind sonst nicht sichtbar (FotoFinder, 20fache Vergrößerung).
Histologie
Dermale Melanommetastase mit 12mm Dicke.
Anmerkung
Dieser Fall zeigt sehr gut, dass zu viel Druck auf einem Hauttumor die Diagnostik deutlich beeinflussen kann. Die Gefäße werden dadurch komprimiert und wichtige Informationen gehen somit dem Untersucher verloren.
Literatur
Argenziano G, Zalaudek I, Corona R et al. (2004) Vascular structures in skin tumors: a dermoscopy study. Arch Dermatol 140: 1485-1489
Prof. Dr. A. Blum
Seestrasse 3a
78464 Konstanz