

Dermatoskopiefall
Verlaufsbild eines schwer dysplastischen Nävus oder eines Melanoma in-situs
Am linken Gesäß einer 30-jährigen Patientin zeigte sich ein diskret asymmetrischer Tumor mit einer Asymmetrie der Differentialstrukturen im Zentrum: unregelmäßige Verteilung der homogenen, jedoch unterschiedlich gefärbten Pigmentierung mit unterschiedlichen Brauntönen und im Zentrum diskreter gräulicher Schleier. Auffallend waren die Punktgefäße, die überwiegend zentral, jedoch nicht gleichmäßig verteilt waren.
Die Patientin hatte keine Veränderung bemerkt. Hauttyp II, mehr als 300 kleine und größere klinisch und dermatoskopisch unauffällige melanozytäre Nävi am Integument (FotoFinder, 20fache Vergrößerung). Aus der Anamnese war bekannt: 2003 Melanom mit der Tumordicke von 0,32 mm am rechten Fuß, 2004 Sarkom am linken Fuß und 2005 Lungenkarzinom.
Nach drei Monaten erfolgte eine Verlaufskontrolle. Dermatoskopisch zeigte sich eine zunehmende Asymmetrie im Zentrum und am unteren Pol. Der gräuliche Schleier im Zentrum hat zugenommen, ebenfalls die Vielfalt der Differentialstrukturen. Mehr Schollen waren sichtbar ? hingegen schien sich die Gefäße zum Zentrum zu zentrieren, jedoch mit einer Zunahme der unterschiedlichen Gefäßlumina (FotoFinder, 20fache Vergrößerung).
Histologie
Schwer dysplastischer melanozytärer Nävus
Anmerkung
Im Falle von Verlaufskontrollen sollten diese innerhalb von drei Monaten durchgeführt werden. Richtungsweisende Veränderungen sind in diesem Zeitraum gut sichtbar (bis auf die Lentigo maligna) und helfen, entsprechend gute Entscheidung für den Patienten zu treffen.
Literatur
1. Altamura D, Avramidis M, Menzies SW (2008) Assessment of the optimal interval for and sensitivity of short-term sequential digital dermoscopy monitoring for the diagnosis of melanoma. Arch Dermatol 144:502-506
2. Menzies SW, Kreusch J, Byth K et al. (2008) Dermoscopic evaluation of amelanotic and hypomelanotic Melanoma. Arch Dermatol 144:1120-1127
Prof. Dr. A. Blum
Seestrasse 3a
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