

Dermatoskopiefall
Malignes invasives Melanom oder seborrhoische Keratose
An der linken Schulter eines 58-jährigen Patienten zeigte sich ein asymmetrischer, unscharf begrenzter, mit unterschiedlichen Farben versehener Hauttumor mit einem Durchmesser von mehr als 5mm. Dieser sei in den letzten drei Monaten deutlich gewachsen und habe sich auch in der Struktur und Farbe geändert.
Hauttyp II, mehr als 100 kleine, klinisch und dermatoskopisch unauffällige melanozytäre Nävi, seborrhoische Keratosen und Hämangiome am Integument (FotoFinder).
Dermatoskopisch zeigte sich ein nicht symmetrischer Tumor mit unterschiedlichen Differentialstrukturen: atypisches Netzwerk mit blau-grauem Schleier und Streifen im unteren Pol, im Zentrum angedeutete weißliche Regressionszone, Pseudohornzysten und komedo-artige Öffnungen über die gesamte Fläche verteilt. Hell- und dunkelbraune, blaue, graue und schwarze Farben waren sichtbar. Der Rand wirkte bis auf den unteren seitlichen rechten Pol scharf begrenzt (FotoFinder, 20fache Vergrößerung).
Histologie
Seborrhoische Keratose
Anmerkung
Bei diesem Fall waren beide Diagnosen gut möglich: invasives Melanom oder seborrhoische Keratose. Wenn keine sichere Trennung mittels der Klinik und Dermatoskopie möglich ist, sollte immer eine kleine und vollständige Exzisionsbiopsie mit histologischer Diagnosesicherung durchgeführt werden.
Literatur
Braga JC, Scope A, Klaz I, Mecca P, Spencer P, Marghoob AA (2008) Melanoma mimicking seborrheic keratosis: an error of perception precluding correct dermoscopic diagnosis. J Am Acad Dermatol 58: 875-880
Prof. Dr. A. Blum
Seestrasse 3a
78464 Konstanz