

Dermatoskopiefall
Ausschluss eines amelanotischen Melanoms - Nävus Spitz
Am rechten Gesäß zeigte sich bei einer 62-jährigen Patientin ein symmetrischer rötlicher und erhabener Hauttumor (5x5 mm). Dieser sei in den letzten drei Monaten gewachsen. Hauttyp II, mehr als 20 kleine, klinisch und dermatoskopisch unauffällige melanozytäre Nävi am Integument. Kein Melanom in der Eigen- oder Familienanamnese.
Dermatoskopisch zeigte sich ein symmetrisch rötlicher Tumor mit deutlicher asymmetrischer Gefäßpolymorphie als Differentialstrukturen: Punktgefäße, Kommagefäße, Haarnadelgefäße. In dem Tumor waren kein Pigment, Netzwerk, Schollen oder schwarze Punkte sichtbar.
Histologische Diagnose
Atypischer Nävus Spitz
Anmerkung
Jeder solitärer rötliche Hauttumor sollte immer die Differentialdiagnose des amelanotischen Melanoms beinhalten. Insbesondere trifft dies beim Auftreten einer Gefäßpolymorphie in solchen Tumoren zu.
In diesem Fall erfolgte eine Nachexzision mit mindestens 5mm Sicherheitsabstand, da die Diagnose des atypischen Nävus Spitz in dem Alter von 62 Jahren m. E. sehr kritisch zu sehen ist.
Literatur
Argenziano G, Zalaudek I, Corona R et al. (2004) Vascular structures in skin tumors: a dermoscopy study. Arch Dermatol 140: 1485-1489
Blum A (2005) Rötlicher umschriebener Tumor am Fuß. Hautarzt 56: 170-172