

Dermatoskopiefall
Schleimhautmelanosis oder Melanom der Schleimhaut
An der Unterlippe einer 25-jährigen Patientin zeigte sich eine leicht asymmetrische und inhomogene Pigmentierung an der rechten Seite. Diese sei in den letzten drei Monaten gewachsen. Hauttyp II, mehr als 50 kleine, klinisch und dermatoskopisch unauffällige melanozytäre Nävi am Integument. Kein Melanom in der Eigen- oder Familienanamnese (FotoFinder).
Dermatoskopisch zeigte sich eine asymmetrische, inhomogen pigmentierte Veränderung der Schleimhaut. Parallel angeordnete bräunliche und diskret gräuliche Streifen waren sichtbar. Lateral und medial zu den Streifen zeigte sich mehr eine bräunliche homogene Pigmentierung (FotoFinder, 20fache Vergrößerung).
In der Kontrolluntersuchung nach 10 Monaten zeigte sich eine symmetrische Zunahme der diskreten inhomogenen Pigmentierung. Die parallele Anordnung der braunen Streifen war deutlich geringer sichtbar, in ihrer Struktur jedoch erhalten (FotoFinder, 20fache Vergrößerung).
Verlaufsdiagnose
Benigne Schleimhautmelanosis
Anmerkung
Bisher ist nicht bekannt, ob und wann eine Schleimhautmelanosis sich in ein Schleimhautmelanom wandeln kann. Daher sind regelmäßige Verlaufskontrollen, die dermatoskopisch untersuchbar sind, für den Patienten zu empfehlen.
Literatur
Mannone F, de Giorgi V, Cattaneo A et al. Dermoscopic features of mucosal melanosis. Dermatol Surg 2004; 30: 1118-23.
Prof. Dr. A. Blum
Seestrasse 3a
78464 Konstanz