

Dermatoskopiefall
Akrolentiginöses/subunguales Melanom mit Onychomykose
Am linken Daumen einer 68-jährigen Patientin zeigte sich eine Onycho-dystrophie mit gelblich-schwarzer Verfärbung des Restnagels auf der radialen Nagelseite. Auf der ulnaren Seite war der Nagel fast komplett entfernt und es zeigte sich eine rötliche bis diskret gräuliche Nagelmatrix mit Oberflächen-unregelmäßigkeiten. Kein Hutchinson-Zeichen war sichtbar. Hauttyp I-II, mehr als 100 kleine, klinisch und dermatoskopisch unauffällige melanozytäre Nävi am Integument. Kein Melanom in der Eigen- oder Familienanamnese (verwendetes Gerät: FotoFinder).
Im ulnaren Anteil des Nagels zeigte sich dermatoskopisch eine unregelmäßig weiße, rötliche bis dunkel braun pigmentierte Nagelmatrix. Eine Gefäßpoly-morphie mit Punkt-, Komma- und Streifengefäßen war ebenfalls gut sichtbar. Auch hier fand sich keine Micro-Hutchinson-Zeichen (FotoFinder, 20fache Vergrößerung).
Histologische Diagnose
Akrolentiginöses/subunguales Melanom (Tumordicke 1,04 mm, Clark-Level III) mit Onychomykose
Anmerkung
Die Patientin war längere Zeit mit der Diagnose der Onychomykose lokal und systemisch von Kollegen behandelt worden. Aufgrund der zunehmenden Nageldestruktion erfolgte die Vorstellung bei mir.
Literatur
Ronger S, Touzet S, Ligeron C, Balme B, Viallard AM, Barrut D, Colin C, Thomas L (2002) Dermoscopic examination of nail pigmentation. Arch Dermatol 138: 1327-1333.
Prof. Dr. A. Blum
Seestrasse 3a
78464 Konstanz